Auf den Spuren jüdischen Lebens

Die Klasse 6b der Staatlichen Realschule Marktheidenfeld besuchte zusammen mit ihrer Klassenlehrerein Laura Dürr am Mittwoch die ehemalige Synagoge und Überreste des jüdischen Gemeindelebens in Urspringen. Dr. Leonhard Scherg, der Vorsitzende des Förderkreises Synagoge Urspringen, brachte den Schülern die Kultur und die Geschichte des Judentums im Ort auf spannende Weise näher.

 

Er zeigte den interessierten Realschülern bereits vor dem Gebäude die von einem Künstler gestaltete Tür, auf der die Bahnlinie zwischen dem Ort im Spessart und dem Vernichtungslager Belzec dargestellt ist. In der Synagoge wurden sie dann mit den Namen der 42 Menschen konfrontiert, die in diesem Lager ermordet wurden. Besonders schockiert waren die Schüler vom Schicksal eines Kindes, das bereits mit fünf Jahren nach Polen deportiert worden war.

Neben geschichtlichen Themen erklärte Herr Dr. Scherg den Sechstklässlern auch, wie ein jüdischer Gottesdienst abläuft, welche Kleidung beim Gebet angelegt wird und welche Einrichtungsgegenstände es in einer Synagoge gibt. Zudem zeigte er ihnen bei einem Rundgang durch den Ort die ehemalige Mikwe und weitere Häuser, in denen einst Juden gelebt hatten.

Auf diese Weise wurde bei den Elf- und Zwölfjährigen, die sich bereits im Religionsunterricht mit dem Thema Judentum beschäftigt hatten, am Beispiel Urspringen das Bewusstsein dafür gestärkt, dass es auch in ihrer Region zahlreiche jüdische Gemeinden gab, derer man sich immer wieder erinnern sollte.