Drängeln streng verboten

Geschrieben von Martin Glückert.

Busfahren ist nur dann gefährlich, wenn man nicht weiß, wie man sich richtig verhalten muss. Dies ist die wichtigste Erkenntnis, die Turit Träger-Wiener den Schülern beibringen möchte. Sie ist Sicherheitsbeauftragte der Nahverkehrsgesellschaft des Landkreises Main-Spessart und bietet in dieser Funktion jedes Jahr zusammen mit der Firma Grasmann und der Polizei ein Sicherheitstraining für alle 5. Klässler der Staatlichen Realschule
an.


Zunächst erhielten die einzelnen Klassen einen Überblick über Regeln an der Bushaltestelle und beim Einsteigen in den Bus. Polizeioberkommissar Helmut Freudenberger von der Polizeiinspektion Marktheidenfeld klärte über die wichtigsten Fehler auf: Wer zu nahe am Fahrbahnrand steht, wird leicht vom Bus erfasst, von der Tür weggeschoben oder gar eingequetscht. Drängeln und Schubsenführt schnell zu einem Domino-Effekt und ein fallender Schüler gerät auf die Fahrbahn oder in die Nähe des Radkastens.


Der Aufenthalt im toten Winkel des Busses ist ebenfalls sehr riskant. Um diesen Bereich anschaulich darzustellen, grenzten zwei Schüler unter Anleitung
Freudenbergers mit zwei Absperrbändern, den Raum ab, in dem der Busfahrer niemanden mehr wahrnehmen kann. Schnell fanden die Schüler heraus, dass in der
gefährlichen Zone nicht nur sie, sondern sogar eine zweite Schulklasse Platz findet. Als wichtige Faustregel gab Träger-Wiener den Schülern deswegen mit auf
den Weg: „Wenn ihr den Busfahrer sehen könnt, dann sieht er auch euch.“ Anschließend durfte jede Klasse im Bus Platz nehmen. Freudenberger und
Träger-Wiener informierten darüber, dass die Lieblingsplätze der Schüler, wie beispielsweise der mittlere Sitzplatz in der letzten Reihe, der gefährlichste
sei. Denn er ist der so genannte „Schleudersitz“. Dies wurde bei einer Vollbremsung mit etwa 25 km/h demonstriert. Dabei rollte die Plastiktonne „Tim“,
die als „Dummy“ verwendet wurde, bis in die Mitte des Busses. Sie rutschte nicht weiter nach vorne, weil sie durch den Aufprall gegen die Haltestangen im
Innenraum gebremst wurde.

Als „Hausaufgabe“ sollte sich am Ende jeder Schüler bei einer seiner nächsten
Busfahrten vergewissern, wo sich in seinem Bus die Sicherheitssysteme befinden.
Hierzu gehören nicht nur der Feuerlöscher und der Nothammer, sondern auch die
Notausstiege im Dach und der über den Türen befindliche Nothahn. Mit ihm lässt
sich im Notfall die Bustüre auch ohne Fahrer öffnen.