5 Liter Erdöl für ein Kilo Erdbeeren

Geschrieben von Martin Glückert.

Was hat mein Essen mit dem Klima zu tun? Wie kann ich konkret Energie sparen? Das waren Fragestellungen, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler an der Realschule Marktheidenfeld im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit auseinandersetzen durften. Dazu luden Biologielehrer Peter Hartmann zusammen mit dem Klimaschutzbeauftragen des Landkreises, Michael Kohlbrecher und drei Referenten der Energieagentur Unterfranken e. V. in der Schule ein. Alle Schülerinnen und Schüler konnten den Vormittag drei Workshops durchlaufen: Julia Stubenrauch klärte über die Zusammenhänge zwischen Nahrung und Klimawandel auf. „Solarenergie zum Anfassen“ sowie ein Experiment zur Wärmedämmung gab es bei Johanna Frieg und Günther Wanger.

 

Besonders beeindruckt zeigten sich die Kinder, inwieweit unsere Ernährung zum Klimawandel beitragen kann. Nahrung als unterschätzter Klimasünder soll deutlich mehr als der gesamte Verkehr zur globalen Erwärmung beitragen. Denn die hohe Produktion an Rindfleisch, an Soja für die Tierhaltung sowie an Palmöl sorgt nicht nur für die Vernichtung des Sauerstoffproduzenten Regenwald. Die Düngung und Viehhaltung lässt darüber hinaus die Treibhausgase Lachgas und Methan entstehen. Weiterhin produziert der Konsum von bestimmten Lebensmitteln natürlich auch einen sehr hohen Ausstoß an Kohlendioxid. Erdbeeren, die wir beispielsweise im Winter aus Südafrika heranfliegen lassen, verbrauchen Energie in Form von 5 Litern Erdöl.

Im Laufe der Workshops konnten die Kinder einen Klimaschutz-Pass ausfüllen und ganz konkrete Versprechen für eine umwelt- und klimafreundliche Ernährung aufschreiben. Dazu gehörten: stärker saisonal und regional einzukaufen, keine Lebensmittel wegzuwerfen, weniger Fleisch zu essen oder für kleine Einkäufe mit der Familie auf das Auto zu verzichten. Ob diese Zusagen auch tatsächlich nachhaltig sind, wird sich in einigen Wochen zeigen. Dann werden die Lehrkräfte nachhaken, ob und welche Versprechungen eingelöst wurden.