Risiken des Smartphones

Geschrieben von Martin Glückert.

Das Thema Medienerziehung konzentriert sich in den letzten Jahren zunehmend auf den richtigen Umgang mit dem Smartphone. Denn 94% aller Jugendlichen besitzen dieses Kommunikationsmittel. Es stellt unbestritten die beliebteste Freizeitbeschäftigung unter jungen Menschen dar. Dabei spielt das Telefonieren kaum eine Rolle mehr, sondern die Nutzung von YouTube, WhatsApp, Facebook, Instagram oder Snapchat. Natürlich sind mit der Nutzung auch Probleme verbunden. Sie betreffen das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern sowie zwischen Eltern und Kindern. Aber noch viel öfter treten Konflikte zwischen den Jugendlichen selbst auf. Hier braucht es klare Spielregeln. Grund genug für Johannes Martin, dem Fachbetreuer für Informationstechnologie an der Staatlichen Realschule eine Woche der Medienkompetenz zu organisieren.

Strafrechtliche Konsequenzen:

Den Auftakt der Woche bildeten die Vorträge von Polizeihauptmeister AndreasSchmidt, der in der Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Marktheidenfeldtätig ist. Er klärte in verschiedenen Vorträgen die Schüler der Klassen 5-7und 8-10 sowie deren Eltern zielgerichtet auf. Schmidt verdeutlichte, einMessenger wie WhatsApp ist eine gigantische Kommunikationsplattform mit über einerMilliarde Nutzern, die quasi kostenlos und leicht bedienbar für jedermann zuVerfügung steht. Doch können jungen Menschen auch leicht mit dem Gesetz inKonflikt geraten: Nämlich dann, wenn Fotos ohne Erlaubnis des Fotografiertenins Netz gestellt werden; wenn Darstellungen von Gewalt oder Pornografieweitergesendet werden oder wenn Aufnahmen aus dem höchstpersönlichenLebensbereich veröffentlicht werden.

Polizeihauptmeister Schmidt, der die zahlreichen Fragen vieler Interessierterbeantwortete, geht es bei seiner Aufklärungsarbeit um eine Schärfung desBewusstseins, dass eine Vielzahl an Gefahren drohen. Jeder jugendliche Nutzermuss bedenken, dass er im Netz schnell Opfer von Beleidigung, übler Nachrede,Verleumdung, von Drohung und Nötigung werden kann. Er darf nicht aufFake-Profile beispielsweise in Facebook, auf Fake-Nachrichten oder Fake-Likeshereinfallen. Zudem droht Abzocke durch Abo-Fallen oder der Verlust von Datendurch Schadprogramme.

Tipps für Schüler und Eltern:

Es gibt zahlreiche Tipps für einen sicheren Umgang mit dem eigenen Smartphone.Dazu gehört es, über die Nutzung von WhatsApp mit den eigenen Kindern zusprechen und gemeinsam die Einstellungen für den Datenschutz zu überprüfen.Auch sollte im Handy eine Drittanbietersperre aktiviert sein, um überhöhteHandyrechnungen zu vermeiden. Jeder Nutzer kann die Zugriffsrechte an seinemHandy so einschränken, dass die eigene Bildergalerie auch tatsächlich privatbleibt. Ebenso hilfreich ist es, keine Ortungsdienste zu aktivieren; keineleicht erkennbaren Wischcodes, sondern wirkungsvollere Gerätesperrcodes zunutzen; eine taugliche Antivirensoftware zu installieren und unnötige Apps zudeinstallieren. Natürlich sollten einfache Chatregeln beherzigt werden. Sodarf man nie seine Adresse oder gar Bilder gegenüber Fremden preisgeben. Diewichtigste Regel jedoch lautet: Eltern und Kinder müssen bei derSmartphonenutzung immer im Gespräch bleiben. Denn das zeigt nicht nurInteresse, sondern schafft auch Vertrauen.

Spezielle Hausaufgaben:

Während der ganzen Woche war auch der Unterricht auf den eigenen Medienkonsumund die möglichen Probleme damit abgestimmt. So wurden beispielsweise im FachDeutsch Zeitungsartikel über WhatsApp und die Mediennutzung untersucht,englischsprachige Filme zum Thema Cyberbullying ausgewertet oder im Rahmen desReligions- und Ethikunterrichts die ethischen Gesichtspunkte von Mobbing undmögliche Lösungen aufgezeigt. Um eng mit dem Elternhaus zusammenzuarbeiten,galt es die Eltern zu befragen, ob sie den Vortrag bei Herrn Schmidt besucht undüber den Medienkonsum mit ihren Kindern gesprochen haben. Jeder Schüler hatteschließlich noch spezielle Hausaufgaben zu erledigen. Sie bestanden darin, 24Stunden ohne Smartphone-Nutzung auszukommen, das Handy während dereigentlichen Hausaufgaben nicht zu benutzen, WhatsApp nur für Terminabsprachen zu nutzen, mit den Eltern über die eigene Mediennutzung zu sprechen und sich über einenBeitrag auf „klicksafe.de“, einer Internetseite zum Thema sinnvolle Mediennutzung, zuinformieren.