Getränkekartons als Pflanzhilfe

Geschrieben von Martin Glückert.

Schüler beim Befüllen ihrer „Pflanzgefäße“

Das Thema Nachhaltigkeit ist inzwischen sehr stark in das Bewusstsein der Gesellschaft gerückt. Schließlich geht es hierbei um die Zukunftsfähigkeit unseres Planeten. Im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit luden Biologielehrer Peter Hartmann und der Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, Michael Kohlbrecher, einige Fachleute der Energieagentur Unterfranken e. V. ein, um einen Aktionstag an der Realschule durchzuführen.


Wie wichtig das Thema ist, machten sowohl Realschuldirektor Dieter Schanzer als auch Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder in ihren Begrüßungsworten klar. Gerade für Schmidt-Neder ist es wichtig, dass der Schutz unserer Umwelt kein theoretisches Wissen ist, sondern auch im Schulalltag verankert wird. Das fängt zum Beispiel beim Schulweg an, der in vielen Fällen mit dem Fahrrad bewältigt werden kann.


Im Anschluss an die Begrüßung konnten die Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe den ganzen Vormittag drei Workshops durchlaufen. Zunächst fahndeten die Kinder unter Anleitung von Joscha Eberle als „Energiedetektive“ nach „Stromfressern“ wie Haartrockner, Wasserkocher oder Waffeleisen. Dazu ermittelten sie durch eigene Messungen den Stromverbrauch solcher Haushaltsgeräte und verglichen die Werte. Schließlich entwickelten sie gemeinsam Energiespartipps, die sie im Alltag umsetzen können.


Dass im Abfall noch eine ganze Menge Energie steckt, bewies die Arbeitsgruppe „Müll“ mit der Referentin Viktoria Heinelt-Hennrich. Denn aus Reststoffen lässt sich schnell etwas Schönes basteln wie beispielsweise ein Mobile fürs Kinderzimmer. Ein ausgeschnittener Tetrapak kann ebenfalls rasch dazu dienen, Kresse anzupflanzen. In erster Linie kann Müll jedoch vermieden werden, indem man im Unverpackt-Laden einkauft, das Repair-Cafe besucht oder einfach auf zu viel Konsum verzichtet.


Im letzten Workshop, den Mischa Memmler leitete, waren die Kinder sehr überrascht, welchen Weg eine Jeans während ihres Produktionsprozesses zurücklegt. Wenn die Baumwolle in Kasachstan wächst, das Garn in China produziert und der Stoff in der Türkei gesponnen wird, der Stoff in Polen gefärbt und in Bangladesch zusammengenäht wird, dann wird solch eine Hose mehr als einmal um die ganze Welt geschickt. Da eine Jeans über 50 000 km zurücklegt, wird auch eine entsprechend große Menge am Treibhausgas CO2 ausgestoßen. Auch die Tatsache, dass eine Näherin nur maximal 1 % des Verkaufspreises erhält, muss uns als Kunden beim Einkauf bewusst sein.


Am Ende der Workshops stellten alle Schülerinnen und Schüler zusammen mit Julia Stubenrauch auf einer Stellwand zusammen, wie sie konkret im Alltag nachhaltig handeln können. Zur Unterstützung ihres guten Willens bekamen sie ein Geschenk, um Kunststoffe zu vermeiden: eine Einkaufstasche aus Jute.