Experimentieren mit Naturkatastrophen

Geschrieben von Martin Glückert.

Unsere Besuche des Lehr-Lern-Labors an der Universität Würzburg sind mittlerweise zu einem festen Termin im Jahr geworden. Schließlich wurden wir schon zum fünften Mal zu den Geographen am Campus Nord eingeladen. Die Didaktik der Uni bot den Klassen 5a und b zusammen mit ihren Geographie-Lehrern Frank Schaffars und Peter Zorn einen Tag voller spannender Experimente an.

Da war es auch nicht schlimm, wenn die Schule bzw. Uni bis in den späten Nachmittag dauerte. Auch von Seiten der Geographie-Didaktik wurde ein hoher zeitlicher und personeller Aufwand betrieben. Neben den Dozenten Thomas Amend und Daniel Wirth führten auch Dr. Helmer Vogel und Dr. Markus Pingold zusammen mit 17 Lehramts-Studenten dieses Projekt durch. Dieses Mal stand der Projekttag unter dem Thema „Naturkatastrophen“.


Vom Lehr-Lern-Labor profitieren sowohl Schüler als auch die Studenten. Die Schüler führen selbsttätig viele Experimente durch, sie lernen entdeckend und handlungsorientiert. Die Lehramts-Studenten eignen sich als zukünftige Lehrer schon außerhalb der Schule wertvolle Unterrichtspraxis an. In Gruppen zu etwa acht Personen durchliefen die Schüler insgesamt sechs Stationen, die im 45-minütigen Turnus gewechselt wurden. Als besonders eindrucksvoll stellte sich dabei die Station „Massenbewegung“ heraus. Dort sorgten die Kinder für einen lang anhaltenden Starkregen an einem Steilhang.

Dieser löste dann eine Mure, also eine Bewegung von Schlamm und Felsbrocken aus, die das tiefer gelegene Dorf in weiten Teilen unter sich begrub. Des Weiteren konnte die Fließgeschwindigkeit eines begradigten und eines natürlichen Flusslaufes exakt gemessen werden. Anhand verschiedener Flächen wie einem Betonboden oder einem Stellplatz mit Rasengittersteinen ließ sich ebenfalls deutlich nachvollziehen, wie der Mensch Überschwemmungen durch die Versiegelung von Flächen begünstigt. Die anderen Lernstandorte „Sturmflut“, „Stürme“, „Vulkanausbruch“ und „Erdbeben“ waren ebenso lohnenswert. Denn auch hier gelang es den Studenten immer wieder ihr Fachwissen so anschaulich zu reduzieren, dass die Kinder alles nachvollziehen konnten. Sehr abwechslungsreich mussten die
Schüler Vermutungen äußern, dann wieder selbst Hand anlegen oder Probleme theoretisch sowie praktisch lösen.