Mint Förderpreis

Geschrieben von Melanie Marshaus.

Einen großen Erfolg kann die Staatliche Realschule verzeichnen: Am vergangenen Mittwoch wurde sie als einzige unterfränkische Realschule mit dem MINT21-Förderpreis ausgezeichnet. Innerhalb der letzten zwei Jahre erreichte die Schule die begehrte Auszeichnung nun schon zum zweiten Mal, die 2013 nur acht Schulen in ganz Bayern überreicht bekamen.

Hierzu reiste eine Delegation der Staatlichen Realschule Marktheidenfeld in die Landeshauptstadt München, um den Preis, einen Pokal und 500 Euro, in Empfang zu nehmen. Diese herausragende Auszeichnung wird neben dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft e.V (vbw) und dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) unterstützt. Von dem Preisgeld werden neue Materialien für den Technikunterricht angeschafft sowie die Projekte unterstützt.

Die MINT-Initiative wurde eingeführt, um an den bayerischen Schulen die Weiterentwicklung des Unterrichts in den naturwissenschaftlichen Fächern zu fördern und die Schülerinnen und Schüler frühzeitig, aber auch langfristig dafür zu begeistern. Um die herausragende Auszeichnung von Ministerialdirektor Dr. Peter Müller, wbv-Hauptgeschäftsführer Peter Brossardt und bbw e.V.-Hauptgeschäftsführer Herbert Loebe überreicht zu bekommen, hat die Realschule Marktheidenfeld über das normale Niveau hinweg weitere besondere Projekte durchgeführt.

„Eines dieser Projekte ist unser Schulroboter Marbot“, erklärt der betreuende Lehrer Daniel Cura, der sich zusammen mit seinem Kollegen Joachim Olschok seit vielen Jahren für die Umsetzung der MINT-Initiative einsetzt. Marbot ist ein großer, fahrtüchtiger Roboter, der eines Tages die Gäste in der Schulaula mit warmen und kalten Getränken bedienen soll. „Noch ist das ganze eine Utopie“, träumt Olschok. „Aber er kann schon mithilfe von Lichtsensoren in der Aula an Linien entlangfahren und an bestimmten Tischen stehen bleiben, um dort eine Flasche abzustellen“, ergänzt Cura. Das Konzept für diesen Roboter entwickelten die Schüler von Anfang an. Begonnen hat alles mit CAD-Zeichnungen im Unterricht in der achten Klasse. Anschließend wurde ein erstes Modell aus Dachlatten erstellt. Mit großartiger Unterstützung der Firma Braun (p&g), die „für das tolle Projekt gewonnen werden konnte“, so Olschok, wurde dann in deren Ausbildungswerkstatt der Roboter in die Realität umgesetzt.

„Ohne die ortsansässigen Firmen Braun, aber auch Schneider Electric und Warema sind die ganzen großen Projekte nicht umzusetzen“, weiß Cura. Die Ideen der Schüler können nur mit deren Hilfe in die Realität umgesetzt werden, da auch Industriemotoren und Pneumatikkomponenten verbaut werden.

Ein weiterer Roboter, mit dem sich die Schule für den Förderpreis beworben hat, ist der Gravierroboter. Mit ihm werden regelmäßig an den Tagen der offenen Tür Frühstücksbrettchen mit dem Schullogo versehen bzw. die Taschenrechner der Achtklässler mit deren Namen unverwechselbar gemacht. Auch er hat eine lange Entwicklungsphase durchlebt und wird weiterhin optimiert und weiterentwickelt. Die Schüler träumen davon, dass er eines Tages Spiele aus Holzbrettern, beispielsweise Mensch-ärgere-dich-nicht, anfertigen kann.

Die Schüler, die schwerpunktmäßig den Gravierroboter umgesetzt haben, Jonas Leimeister, Jonas Riedmann und Aaron Odenwald (alle 10a) fuhren zusammen mit Cura und Olschok nach München zur Preisverleihung. Da sie im nächsten Schuljahr die Schule verlassen, übernehmen Sabine Linde, Theresia Deubert und Lorenz Kuhn (alle 8a) das Projekt.

Neben diesen besonderen Projekten ist ein frühzeitiges Heranführen an die Technik nötig. An der Marktheidenfelder Realschuler lernen alle Fünftklässler die Legoroboter kennen. „Diejenigen, die sich von der Leidenschaft anstecken lassen, kommen dann später in unsere Robotik-AG“, erklären Cura und Olschok. In den folgenden Jahrgangsstufen wird das Wissen durch viele Projekte weiter vertieft. Dazu gehört auch die Teilnahme an den jährlichen Wettbewerben der „First-Lego-League“. Zahlreiche Siege brachten die Schüler hiervon mit nach Hause. In diesem Jahr belegte sie in Tauberbischofsheim Rang 6 und in Nürnberg den 4. Platz.